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Die Geschichte eines verhängnisvollen Rennens
Amundsen vs. Scott - Der historische Wettlauf zum Südpol
Der Wettlauf von Scott und Amundsen im Jahr 1911 ist die dramatische Geschichte zweier Männer, die ihr Leben für einen Traum riskierten: als erste Menschen den Südpol zu betreten.
Als der Norweger Amundsen das Ziel am 14. Dezember 1911 als erster erreichte, lagen schier unerträgliche Strapazen hinter ihm und seinem Team. Am Südpol angekommen, errichteten sie ein Zelt mit einer norwegischen Fahne. "Fünf raue, vom Frost mitgenommene Fäuste griffen nach der Stange, hoben die wehende Fahne und pflanzten sie auf", schrieb Roald Amundsen später. Sein Teamgefährte Olav Bjaaland notierte: "Das Großartige ist, wir sind die Ersten!"
Denn eigentlich hätte eine andere Fahne im eisigen Wind der Antarktis wehen sollen: die englische. Der britische Marineoffizier Robert Falcon Scott kannte den antarktischen Kontinent bereits von einer früheren Expedition: 1902/03 hatte er dort im Auftrag der Königlichen Geographischen Gesellschaft geographische Messungen durchgeführt und Gesteinsproben genommen. Zum Südpol hatte er es jedoch nicht geschafft.
1910 stach Scott von London aus erneut in See - wieder im Dienste der englischen Krone. Dieses Mal wollte er den Weg bis zum Südpol als erster Mensch der Welt schaffen. Doch im Hafen von Melbourne bekam er ein Telegramm: "Erlaube mir mitzuteilen, dass die Fram zur Antarktis fährt. Amundsen." Der Norweger Roald Amundsen wollte ursprünglich zum Nordpol. Allerdings gaben amerikanische Forscher vor, den Pol bereits vor ihm erreicht zu haben. Deshalb nahm der eigenwillige Abenteurer nun ebenfalls Kurs auf den Südpol.
Im Januar 1911 erreichten sowohl Amundsen als auch Scott die Antarktis. Sie manövrierten ihre Schiffe durch die Eisbarriere und errichteten Basislager - mehrere Hundert Kilometer voneinander entfernt.
Amundsen organisierte seine Expedition strategisch bis zum kleinsten Detail. Er wählte einen völlig unerforschten Weg von der Küste bis zum Pol, der rund 120 Kilometer kürzer als Scotts Route war. Auf jedem Breitengrad errichtete er Depots mit Nahrungsmitteln und Petroleum, jede Meile des Weges markierte er mit Fahnen.
Während die Norweger dank der Huskys bis zu 30 Kilometern Strecke pro Tag schafften, scheiterte der Brite Scott mit Ponys und Motorschlitten. Technik und Pferde waren für die Antarktis nicht geeignet. Seine Männer mussten marschieren und die schweren Schlitten hinter sich her ziehen. Die Briten kamen viel langsamer voran als die Norweger.
Am 17. Januar 1912 erreichten Scott und seine Männer den Pol. Die tiefe Enttäuschung seines englischen Konkurrenten Scott, der 34 Tage nach Amundsen an den Pol kam, kann man nur erahnen. Scott und seine Männer sahen die Heimat nie wieder. Sie starben auf dem Rückweg im ewigen Eis. Das minutiöse Tagebuch Scotts, das später bei gefunden wurde, dokumentiert auf dramatische Weise Hoffnung, Verzweiflung und Scheitern der britischen Abenteurer.
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